"Omas gegen rechts" vor dem Hotel Post in Kreuth

Heute übergaben die OMAS GEGEN RECHTS einen offenen Brief an den Betreiber des Hotels zur Post, Herrn Michael Rauh.

Die OMAS GEGEN RECHTS sind eine zivilgesellschaftliche überparteiliche Initiative, die sich in den politischen Diskurs einmischen will und der Meinung ist, dass die ältere Frau als öffentliche politische Kraft nicht in unserem kollektiven Bewusstsein gespeichert ist und deshalb als Gruppe öffentlich auftreten muss, um aufzufallen. Es geht ihnen um die Zukunft der Kinder und Enkelkinder und um nicht vielleicht eines Tages gefragt zu werden: Und was habt ihr getan?

In diesem Brief wurde Herr Rauh gebeten, die AfD bei der Ausbreitung im Landkreis und im Tegernseer Tal nicht indirekt zu unterstützen.

Rauh erklärte, dass er die AfD zwar durchaus auch kritisch sehe und selbst liberal ist, aber er findet, seit die AfD in der Politik dabei ist, werde wieder intensiver diskutiert. Ebenso fand er, wenn er die Veranstaltung nicht in seinem Haus hätte, dann würde dies ein anderer Hotelier machen. Allerdings versprach er den anwesenden OMAS GEGEN RECHTS und Opas, rund 14 Frauen und Männer, nicht nur aus Holzkirchen, sondern auch aus Rosenheim und München, ihren Brief aufmerksam zu lesen.

Eine Kopie des folgenden Briefes haben die OMAS GEGEN RECHTS auch dem 1. Bürgermeister Josef Bierschneider übergeben, der die AfD Tagung in Kreuth auch sehr kritisch sieht.

 

OMAS GEGEN RECHTS München und Süd Email:
info@omasgegenrechtsbayern.de
Facebook: OMAS GEGEN RECHTS Süd
OMAS GEGEN RECHTS München
z.Hd. Herrn Michael Rauh
Nördliche Hauptstraße 5–7
83708 Kreuth 16.01.2019

Sehr geehrter Herr Rauh,

zum Jahreswechsel 2018/19 lasen wir eine Umfrage in der Zeit:
„Politiker von links bis rechts blicken in die Zukunft – wie leben wir 2068, wenn man aus ihrer Sicht alles richtig entschiede.“
Wir zitieren

Beatrix von Storch, stellvertretende Vorsitzende der AfD Bundestagfraktion:

  • Die AfD hat schon vor Jahren einen Kanzler gestellt
  • Der Euro ist abgeschafft.
  • Die EU hat sehr viel weniger Kompetenzen
  • Öffentlich-rechtliches Fernsehen gibt es schon lange nicht mehr
  • Die Bürger haben viel Freiheit gewonnen.
  • Beispielsweise wurde die Schulpflicht abgeschafft

(Die Zeit 27.12.2018)

Die Zukunft unserer Enkelkinder:
Wir sind Omas, also Mütter, Großmütter und Frauen, die nichts anderes vereint (keine Partei, keine Ideologie, kein Berufstand, keine wirtschaftlichen Interessen) außer der Sorge um die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Wir wünschen für sie ein friedvolles, soziales und demokratisches Deutschland in Europa. Wir sind alarmiert und entsetzt, dass z.B. die Schulpflicht abgeschafft werden soll. Unser Bildungssystem ist der unverzichtbare Grundpfeiler unserer Demokratie. Übrigens ist das deutsche Schul- und Universitätswesen berühmt in der Welt und wir verdanken ihm die wirtschaftliche Prosperität unseres Landes. Wir Omas sind friedfertig und lebenserfahren. Unser Gedächtnis reicht durch unsere Familiengeschichte zurück in die Zeit zweier Diktaturen, der DDR und der Naziherrschaft, die den Menschen unerträgliches Leid zugefügt haben.
Wir bitten Sie deshalb uns dabei zu unterstützen, dass die AfD sich nicht hier im Landkreis Miesbach (der im 3. Reich durchaus eine unwürdige Rolle gespielt hat) und im Tegernseer Tal heimisch macht. Wir verstehen, dass Sie vielleicht wirtschaftliche Argumente hatten, und Ihr Haus gerade jetzt in dieser „Schneezeit “ füllen wollten; aber bitte machen Sie daraus keine Tradition und bewahren sie uns vor weiteren „Eiszeiten“, denn als solche empfinden wir die Tagung der AfD heute in Kreuth.
Wir wünschen, dass unsere Enkel auf der römischen Piazza Navone weiterhin ihren Cappuccino mit Euro bezahlen und dass umgekehrt italienische Gäste das gleiche für einen Kaffee in Ihrem Haus tun können und dass wir uns auch zukünftig im Traditionsgasthof Zur Post wohlfühlen dürfen.