Nun hat die Pflegekasse angekündigt, ihren Vertrag mit dem Altenheim zu kündigen.

Der Merkur schreibt dazu:

 

Der SPD-Unterbezirk kommentiert das wie folgt:

 

Wir meinen:
Die Pflegekasse hat der Politik vorgemacht, was zu tun ist: Entschlossenes Handeln mit umfangreicher Begründung (25 Seiten).

Das ist eine politische Ohrfeige für den Landrat (und für seine Vorgänger, denn der Skandal ist ja nun schon Jahrzehnte alt).

Der Landkreis Traunstein hat im Fall Inzell gezeigt, wie so was  geht. Er hat das Ganze ambitioniert betrieben und ist durch alle Instanzen bestätigt worden. Der Preis war: ein ganzes Mitarbeiterjahr musste investiert werden. Das hätte der Miesbacher Landrat auch haben können. Er war in Kontakt mit den Traunsteinern – hat er dem Merkur gesagt – und wusste genau Bescheid. Aber die Sache war es ihm eben nicht wert. Außerdem hätte er sich beim Ministerpräsidenten Söder für eine bessere Rechtsstellung der Heimaufsicht einsetzen können. Beim Ausflugsverkehr und bei den Impfdosen hat er es ja auch getan.

Der Unterschied ist: Bei der Seniorenresidenz hätte er ein richtig „dickes Brett bohren“ müssen. Und das ist die Sache des Herrn von Löwis nicht.

Siehe auch unsere vorhergegangenen Beiträge:

„Alles Gute zum 70ten, lieber Paul“, hieß vor wenigen Tagen. Der Miesbacher Stadtrat Paul Fertl und langjähriger zweiter Bürgermeister der Stadt Miesbach, und schon über 50 Jahre SPD-Mitglied, erhielt von Wirtschaftsreferent Florian Perkmann (SPD) eine OBERLANDCard der Standort-Marketinggesellschaft SMG überreicht. Damit ist Paul Fertl einer der ersten, die diese attraktive Einkaufskarte in Händen hält.
„Uns ist es wichtig Dich, Dir eine Freude zu machen und unseren Einzelhandel zu unterstützen“, betonte Tom Schneider Vorsitzender der Miesbacher SPD. Gemeinsam mit der Mitgliederbeauftragten Astrid Schneider und Florian Perkmann gratulierte er dem Jubilar.
Die OBERLANDCard ermöglicht den Kunden, bei jedem Einkauf Bonuspunkte zu sammeln und beim Einlösen von Rabatten zu profitieren. Auf diese Weise soll die regionale Kaufkraft in den Landkreis investiert und lokalen Unternehmen dabei geholfen werden, sich gegen Konkurrenz im Internet und Groß-Handelsketten zu behaupten. Die SPD Miesbach unterstützt diese Aktion ausdrücklich.

Der Miesbacher Stadtrat hat entschieden, keinen Ökostrom zu kaufen. Siehe die Merkur-Berichterstattung:

https://www.merkur.de/lokales/region-miesbach/miesbach-ort29062/sparen-oder-vorbild-sein-der-stadtrat-miesbach-im-oekostrom-zwiespalt-90484781.html

Allerdings beruhen einige der vorgebrachten Argumente auf zwei gravierenden Irrtümern:

1. Irrtum: Ökostrom verhindert CO2-Ausstoß

Die Frage ist: Wird mit Ökostrom die Menge des regenerativ erzeugten Stromes wirklich höher? Das ist bei den meisten Angeboten nicht der Fall. Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien lag 2020 bei 53% (Redaktionsnetzwerk Deutschland, www.rnd.de ). Davon wurden etwa 50% als „Ökostrom“ verkauft (lt. „Herkunftsnachweisregister“, www.hknr.de ) Die Stromanbieter haben also noch gehörig „Luft nach oben“.

Deshalb ist der ohne weitere Kennzeichnung als „Ökostrom“ verkaufte Strom meist nur „umetikettierter“ Strom aus bereits vorhandenen erneuerbaren Energieerzeugern. Die Menge des regenerativ erzeugten Stromes steigt dadurch nicht und es findet damit auch keine zusätzliche CO2 Einsparung statt.

Nur bei Ökostromanbietern mit anerkannten Siegeln wie „Grüner Strom“ oder „Ok-Power-Label“ ist eine Ausbauwirkung in Richtung regenerative Energien einigermaßen gesichert:

https://www.merkur.de/leben/oekostrom-ist-nicht-gleich-oekostrom-zr-90258928.html

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/preise-tarife-anbieterwechsel/ist-ein-tarif-mit-oekostrom-und-oekogas-ueberhaupt-sinnvoll-8207

Die Stadt hat ein Angebot, bei dem ein Drittel des Stromes aus max. 6 Jahre alten Anlagen stammt, ein weiteres Drittel aus max. 12 Jahre alten Anlagen. Die Mehrheit der SPD-Fraktion hat sich bei der Abstimmung für den Ökostrom mit der so beschriebenen „Neuanlagenquote“ ausgesprochen.

Aber auch dabei entgehen wir der Gefahr der „Umetikettierung“ nicht hundertprozentig: In den letzten 6 Jahren wurden 35% der erneuerbaren Stromerzeuger gebaut, in den letzten 12 Jahren insgesamt 62%. Das Angebot zeigt lediglich, dass der Anbieter nicht schlechter als der Durchschnitt zugebaut hat.

2. Irrtum: Investitionen in PV-Anlagen kosten Geld

Florian Hupfauer beantragte dagegen, über drei Jahre je 12.000 € … in Fotovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden zu investieren.“
Es entsteht der Eindruck, dass solche Investitionen die Stadt wirklich Geld kosten. PV-Anlagen sind aber Investitionen, die eine Rendite abwerfen. Für meine private PV-Anlage rechne ich mit einer 11-jährigen Amortisationszeit. Die Haltbarkeit der Anlage beträgt aber etwa 20 Jahre oder länger. Investitionen in PV-Anlagen wären also ein gutes Geschäft für die Stadt, nicht aber eine einmalige Ausgabe, wie der Vergleich mit den zusätzlichen Stromkosten nahelegt. Dass eine solche Investition – samt Schuldenaufnahme – in der jetzigen Situation des städtischen Haushalts wenig opportun erscheint, steht auf einem anderen Blatt

Fazit:

  • Trotz Bedenken ist es sinnvoll, wenn die Stadt Ökostrom mit einem anerkannten Label kauft. Paul Fertl hat recht, wenn er sagt: „Wir haben ja eine Vorbildfunktion.“ Die Stadt könnte dabei ihre Bürger auch über „Ökostrom“ aufklären, der in Wahrheit gar keiner ist.

  • Eine Investition in PV-Anlagen bringt der Stadt – langfristig gesehen – keine Ausgaben, sondern Einnahmen. – Vorausgesetzt, die Investition lässt sich von den Schulden her stemmen.

  • Eine massive Ausweitung der nicht-fossilen Stromerzeugung im benötigten Umfang wird aber nicht dadurch bewirkt werden, dass wirklicher Ökostrom gekauft wird. Das wird nur dann gehen,

    • wenn die Anreize dafür verbessert werden (Novellierung des EEG-Gesetzes),

    • wenn Ausbauhürden beseitigt werden (.z.B. die unsägliche 10H-Regel) und

    • wenn das Stromnetz ertüchtigt wird (leistungsfähige Nord-Süd-Gleichstrom-Leitungen).

Dazu brauchen wir eine starke SPD im nächsten Bundestag!

Joseph Beuys (Foto: Erich Puls, CC BY 2.0 / Flickr)

 

Die Stadt Miesbach hat zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys am Waitzinger Keller eine Eiche gepflanzt und einen Basaltstein gesetzt. Lobenswert!

Der Miesbacher Merkur hat → darüber berichtet:


Bertolt Brecht, Bundesarchiv, CC BY-SA 3.0 DE

Die Bäume als Symbole geistern schon lange durch die Kunstwelt,
spätestens seit Bert Brechts „Gedicht an die Nachgeborenen“ (veröffentlicht 1939) mit dem bemerkenswerten Satz:

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!

https://www.lyrikline.org/de/gedichte/die-nachgeborenen-740

(mit Audiodatei, gesprochen von Bert Brecht)


 

In den 60-er und 70-er Jahren wurde in der Literaturwelt darüber heftig diskutiert, auch im Hinblick auf die Entlaubungsaktionen während des Vietnamkrieges.

Auch Joseph Beuys fühlte sich angesprochen und führte mehrere öffentliche Gesprächsrunden mit den Titel: –> Gespräche über Bäume.


Dann kam die –> 7000-Eichen-Aktion in Kassel.
Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung, eine Soziale Plastik „:

Kassel, Dennhäuser Straße

 

Beuys sah die 7000 Eichen als „Rückbesinnung zur alten Organisationsstruktur.“ Durchgehende Baumstreifen wurden in dieser Zeit in vielen Städten abgeholzt, um Straßen- und Gehwegverbreiterungen zu ermöglichen. Nun sollen die Bäume diesen Platz wieder einnehmen.

Beuys betrachtete Bäume als wesenhafte Subjekte, denen die Rechte fehlen:

Sie sind entrechtet. Sie wissen das ganz genau, dass sie entrechtet sind. Tiere, Bäume, alles ist entrechtet. Ich möchte diese Bäume und diese Tiere rechtsfähig machen.“

Und er sagte:

Wenn ich mich an dieser documenta beteiligen soll, werde ich mich mit solch einer Kunstform beteiligen,
– dass ich in den vergangenen Aktionen der dokumenta nicht nur eine Theorie vertreten habe in Bezug auf die Beziehung Natur – Mensch, sondern
– dass ich auch bereit bin, das zu demonstrieren, –
– dass ich es durchführen werde und zur Ausführung bringe.“

Zitat aus dem Video: https://www.youtube.com/watch?v=HE87qEUtApI (Min. 05:22-05:54)
Zwischen der documenta 7 (1982) und der documenta 8 (1987) wurden die Eichen gepflanzt.
Es war eine der teuersten Kunst-Aktionen dieser Zeit (4,3 Millionen Mark). Beuys erlebte das Ende seiner Pflanzaktion nicht mehr, er starb am 23. Januar 1986.


In München steht seine Installation „Zeige deine Wunde“. Die Stadt München hat sie für die Städtische Galerie im Lenbachhaus gekauft.

Joseph Beuys: Zeige deine Wunde, Foto: Flickr / Allie_Caulfield 2013-05 München 182 Lenbachhaus, CC BY 2.0

 

Der Ankauf hat zu gehörigem Streit mit den Konservativen im Stadtrat geführt. Deren Argumente:

  • 270.000 Mark,
  • teuerster Sperrmüll aller Zeiten“,
  • es besteht aus alten Leichenbahren und Fett!“.

Trotzdem – es ist ein bemerkenswertes Werk – sehenswert.

Der Titel der Installation hat mich an die Geschichte vom „ungläubigen“ Thomas erinnert, die in den katholischen Kirchen erst kürzlich, am 11. April, gelesen wurde.

Emil Nolde – Doubting Thomas 1912, Nolde Stiftung Seebüll, Flickr, CC BY 2.0

Thomas sagt:
Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.“
(Joh 20,25)

Dazu habe ich bei einem Gottesdienst in der Parsberger Kirche kommentiert (2005):
Da ist einer, der muss nicht unbedingt stark sein. Er wagt es, seine Verwundungen zu zeigen. Er steht zu seinem Leiden: Jesus.
Und da ist ein anderer, der angerührt ist von diesem Leiden und der seine Hand darauf legt.
Thomas.“

Das ist es: Wer es über’s Herz bringt, seine Wunde zu zeigen, hilft sich selbst und anderen.

Ich habe etwas gezögert, diese Gedanken hier darzustellen. Bestärkt hat mich darin allerdings die Website www.lenbachhaus.de

Aber es gibt auch lustigere Begebenheiten rund um Werke von Joseph Beuys.


Zum Beispiel die –> Story mit der Kinderbadewanne:

Für eine Ausstellung ging das Werk „Badewanne“ von Joseph Beuys nach Leverkusen und wurde dort eingelagert, da die Ausstellung noch aufgebaut werden sollte.

Der SPD-Ortsverein Leverkusen-Alkenrath feierte am 3. November 1973 in diesem Museum ein Fest. Zwei Teilnehmerinnen suchten eine Schüssel zum Gläserspülen und entdeckten in einem Abstellraum die mit Heftpflaster und Mullbinden verschmutzte Badewanne. „Wir dachten, das alte Ding könnten wir schön sauber machen und benutzen, um darin unsere Gläser zu spülen“, erinnern sie sich, „so wie die aussah, konnten wir sie nicht gebrauchen. Deshalb haben wir die Wanne geschrubbt.“

Letztenendes waren allerdings 58.000 Mark Schadenersatz fällig. Die Wanne steht heute im Lenbachhaus in München.

Aus Copyright-Gründen gibt hier es nur einen –> Link zur „Echten Badewanne“.


Joseph Beuys war immer auch ein politisch denkender Mensch. Er nahm an der bisher größten Friedensdemonstration 1982 in Bonn teil

(–> hier zusammen mit Gert Bastian und Lukas Beckmann von den Grünen)

Diese Demonstration richtete sich in erster Linie gegen die Nachrüstungspolitik des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan.

Aus diesem Anlass nahm Beuys sogar an der „Neuen deutschen Welle“ teil und produzierte das Lied
–> „
Sonne statt Reagan„. Er muss auch Humor gehabt haben. Hier ist der –-> Text dazu.


Beuys war Mitglied der grünen Partei von deren Gründung 1979 bis zu seinem Tod 1986.

Allerdings war er – wie bei einem Künstler seines Formats nicht anders zu erwarten- kein enger Parteigänger, was auch an seiner engen Zusammenarbeit mit dem SPD-Mitglied –> Klaus Staeck deutlich wird.


An all das kann man sich erinnern, wenn man in Zukunft an der Eiche samt Basaltstele an der Ecke des Waitzinger Kellers vorbeigeht.

Miesbach hatte in Rudolf Pikola und Hans Schubeck schon einmal Bürgermeister mit einer großen geistigen Weite.

Die Erinnerung an Joseph Beuys weckt Hoffnung auf ein weltoffenes und zukunftsorientiertes Miesbach!

Kamingespräch-Kultur – Von oben links: Lisa Hilbich, Andi Kempf, Leon Walther, Christine Eixenberger, Tom Schneider, Erich Kogler, Klaus Beer, Martin Jacobi, Micol Krause, Alexander Schmid, Bernhard Altmann

Miesbach – Die Sorgen und Nöte der Künstler, Kulturschaffenden, Kreativen und all jenen, die Kultur überhaupt ermöglichen, waren Thema beim 2. virtuellen Kamingespräch der SPD Miesbach. Unter dem Motto „Corona – Kultur in Miesbach“ wurde deutlich, dass das Kulturleben jetzt strukturelle Förderung und langfristig Perspektiven braucht.
Dazu gehört auch die Forderung, im Landkreis Miesbach die Stelle eines Kulturreferenten zu schaffen, um der Kultur als „weichem“ Standortfaktor den ihr zustehenden Stellenwert zukommen zu lassen. Als Ergebnis ihres Kamingesprächs hat die SPD Miesbach mit dem Titel „New Deal Kultur – Wertschätzung und soziale Absicherung für alle, die Kultur möglich machen“ eine Petition an die Bayerische Staatsregierung gestartet: http://chng.it/PbwDZPv5vP.
Die teilweise prekäre Situation der Kultur- und Kreativwirtschaft schilderte die Kabarettistin Christine Eixenberger: „Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist in Deutschland mit 174 Milliarden Euro Jahresumsatz und 1,8 Millionen Beschäftigten die zweitwichtigste Branche. Aber anders als die Automobilindustrie, sind wir schlecht organisiert.“ In der Pandemie falle das den Kulturschaffenden jetzt vor die Füße. „Viele von uns haben keine Absicherung und wissen nicht, wie es beruflich und finanziell weitergehen soll.“

Ähnlich sieht es auch Micol Krause: „In der Öffentlichkeit denkt man häufig, die Künstler basteln so vor sich hin.“ Doch wie viele Menschen im Hintergrund dafür sorgen, dass Ausstellungen, Aufführungen, Konzerte, Kabarett, Festivals und vieles mehr überhaupt stattfinden können, werde nicht gesehen. Das gehe häufig einher mit Selbstausbeutung, so die Kulturmanagerin. „Hier fehlt es auch an der Wertschätzung“, ist ihre Folgerung.
„Online Plattln geht einfach nicht“, meint Klaus Beer vom Miesbacher Trachtenverein. „Wir leben halt auch von der Geselligkeit“. Der Verein nützte die Pandemie, um das Trachtenheim zu renovieren und die Homepage zu aktualisieren. „Jetzt warten wir halt darauf, dass wir irgendwann wieder ausrücken dürfen“, sagt der Trachtenvorstand.
Auf einheitliche und für den Musikunterricht gut umsetzbare Hygiene- und Testkonzepte sowie die Geduld der Träger setzt Erich Kogler, Musiker und Leiter der Musikschule Tegernsee. „Wie soll man mit Maske und Abstandhalten ein Instrument unterrichten?“ Privat habe er sich als Musiker derzeit eher zurückgezogen und erstmal einen Zaun gebaut.
Die Sorge um den künstlerischen Nachwuchs treibt auch Martin Jacobi um. „Ich bin dran an neuen Konzepten und mit Martin’s Bar geht es schon irgendwann weiter“, ist der Gastronom überzeugt. „Aber welche Perspektive haben jungen Leute, die jetzt vor der Wahl stehen, in einen künstlerischen oder kreativen Beruf zu gehen?“
Was die finanzielle Unterstützung für künstlerische Projekte angeht, hat Alexander Schmid von der SMG Standortmarketinggesellschaft im Landkreis Miesbach, eine gute Nachricht. Gemeinsam mit dem Landkreis Bad Tölz und dem österreichischen Bezirk Schwaz sei man dabei, eine EUREGIO zu gründen. „Dort gibt es auch einen interessanten Fördertopf für kulturelle Projekte“, betonte Schmid. Anträge können bereits jetzt bei ihm persönlich unter alexander.schmid@smg-mb.de eingereicht werden.
Der SPD Miesbach ist es wichtig, dass von ihrem 2. virtuellen Kamingespräch nicht nur schöne Worte bleiben, sondern auch Taten folgen. Daher hat der Ortsverein bei change.org eine Petition mit dem Titel

„New Deal Kultur- Wertschätzung und Absicherung für alle, die Kultur möglich machen“

gestartet. Die Bayerische Staatsregierung wird darin aufgefordert, die Rolle der Kulturvermittlung neu zu definieren. Eine breite Diskussion über den Stellenwert und die soziale Absicherung von KünstlerInnen, Kreativen und all jenen, die zum „Stattfinden“ von Kultur beitragen, soll ebenfalls angestoßen werden.

Bitte anklicken: Link zu change.org

Kamingespräch-2-Kultur

Corona – Kultur in Miesbach“ mit Christine Eixenberger, 

Erich Kogler, Micol Krause, Klaus Beer und anderen

Nach dem erfolgreichen Start unserer virtuellen Kamingespräche, setzt die SPD Miesbach die Gesprächsreihe fort:

Mittwoch, 14. April, 2021 zwischen 19 und 20 Uhr

Mit bundesweit 130 Milliarden Umsatz und 1,5 Millionen Beschäftigen ist die Kultur- und Kreativwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor – auch im Landkreis Miesbach. Allerdings finden Sorgen, Nöte und gewünschte Perspektiven dieser Branche derzeit nicht den Stellenwert, der Ihr zustehen sollte.  

Aspekte rund um dieses Thema diskutieren wir mit der Kabarettistin Christine Eixenberger, dem Musiker Erich Kogler, der Kulturmanagerin Micol Krause („Kultursprung e.V.“, filmale, „Kino in der Kirche“ etc) sowie Klaus Beer vom Miesbacher Trachtenverein und einen Vertreter der Standortmarketinggesellschaft SMG.

Ebenfalls mit dabei ist Martin Jacobi von Martin‘s Bar in Miesbach. Im Vorfeld nimmt er Bestellungen für einen Gin-Tonic-Cocktail-Paket für 2 Personen (mit und ohne Alkohol) entgegen. Der Cocktail kostet zwischen neun und zwölf Euro und ist direkt bei Martin Jacobi unter 0173 /1705562 zu ordern. 

 

Interessierte sind herzlich eingeladen zuzuschauen und mitzudiskutieren.

Die Anmeldung erfolgt per E-Mail bei anmeldung@spd-miesbach.de. 

Dann wird ein Link zum Zoom-Kamingespräch zugeschickt.

Die Anmeldung ist bis Mittwoch, 14. April, spätestens 17 Uhr möglich.

Wir freuen uns auf die spannende Gäste und eine interessante Diskussion!

Seit längerer Zeit setzen wir uns dafür ein, dass mehr Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche geschaffen werden. Damit beschäftigt dich auch folgender Leserbrief:

Zum Beitrag „Streit um den Ort der Entspannung“ vom 20./ 21. März im Miesbacher Merkur:

Keine Machtspielchen!

In der Kreis- und Schulstadt Miesbach hat sich innerhalb von 15 Jahren ein immer größer werdender Mangel an offenen Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche aufgetan.
Ich bin der Meinung, dass der Mangel nicht vernünftig gelöst werden kann, indem Hinterzimmergespräche abgehalten werden. Wie in der jüngsten Stadtratssitzung schon sehr treffend erwähnt wurde, möchten die Miesbacher Jugendlichen keine politischen Machtspielchen, sondern gemeinsame und vor allem echte Lösungen. Warum nicht gleich einen Arbeitskreis mit allen Fraktionen ins Leben rufen? Auch das zukünftige Jugendparlament, das ich bei der Jugendbürgerversammlung im Herbst mit Unterstützung der SPD und der FWG angestoßen habe, könnte hier zur Lösungsfindung beitragen. Fakt ist, hier muss endlich etwas passieren und am Besten in konstruktiver Art und Weise.
Mit der Riviera hat Miesbach die einmalige Chance, eine tolle Freizeitmöglichkeit für alle Altersgenerationen zu schaffen. Mein Appell gilt allen beteiligten Stadtratsmitgliedern sowie den Anwohnern: Bitte springt über Euren Schatten und gebt den Jugendlichen eine Chance! Ihr seid‘s doch auch mal jung gewesen.

Andreas Kempf

Ein Altenheim zu schließen, ist für die Bewohner furchtbar. Bei der Verlegung in ein neues Heim verlieren sie ihre gewohnte Umgebung und müssen sich meist auch an neues Personal gewöhnen. Es ist bekannt, dass es deshalb kurz nach Verlegungen oft auch zu Todesfällen kommt.
Wenn allerdings unhaltbare Zustände in einem Heim herrschen und eine Besserung nicht absehbar ist, gibt es keinen anderen Ausweg. Ob es in Schliersee schon soweit ist, kann von außen nur schwer beurteilt werden. Landrat von Löwis scheint dieser Meinung zu sein, wenn man seine Äußerungen in  der Süddeutschen Zeitung (26.3.2021)  liest:
„Wir bleiben dran und wenn wir eine Möglichkeit sehen, werden wir die Einrichtung schließen.“
Und: „Wir brauchen schärfere Instrumente“. Er beklagt zu hohe Hürden für eine Schließung.

Für die Landratsämter Traunstein und Bad Tölz waren diese Hürden offenbar schon vor Jahren nicht zu hoch, wie folgende Beispiele zeigen:

Heimschließung Traunstein/Inzell:

2011-06-07 Kostenbewusste Angehörige kämpfen für umstrittene Billigheime: Pflege zum Discounttarif, REPORT MAINZ, SWR.de
2011-09-29 Bayerischer Verwaltungsgerichtshof: Seniorenheim in Inzell muss vorläufig schließen
2013-07-10 Die Klage-Attacken eines Heimbetreibers | Bayern
2013-07-12

Seniorenheim in Inzell bleibt geschlossen

2013-07-13

Heimschließung in Inzell: Landkreis gewinnt Prozess

2020-01-03 Mängel in der Pflege: BRK evakuiert Altenheim

 

Heimschließung Bad Tölz:

2015-09-25
(Datum rekonstr.)
Tölzer Heim droht die Zwangsschließung | Bad Tölz rehazentrum isarwinkel
2015-11-05
(Datum rekonstr.)
Bad Tölz – Real-Pflegeheim gibt auf – Bad Tölz-Wolfratshausen – SZ.de
2016-05-31 Rehazentrum Isarwinkel: Hilfe für Jugendliche statt für Senioren | Bad Tölz

 

Es ist offenbar möglich, bei gravierenden Mängeln eine Einrichtung zu schließen. Warum ist dies bei der Schlierseer Seniorenresidenz nicht längst erfolgt?

Die Berichte über die Vorfälle geben sehr unterschiedliche Sichten wieder.

Jeder von uns muss sich sein eigenes Urteil bilden.

1. Auslöser der neuen medialen Befassung mit dem Thema war zweifelsohne der Bayerische Rundfunk, der durch die Stärkung seiner Regionalstudios immer mehr Bedeutung „auf dem flachen Land“ gewinnt:

Bericht „Skandalheim vom Schliersee“

Video mit Angehörigen von Bewohnern (1:42 min)

Video: Verdacht auf Körperverletzung bei 88 Bewohnern (23 min)

Außergewöhnlich umfangreiche Recherche. Aber: Es kann einem schlecht werden dabei.

2. Dann berichtet der Miesbacher Merkur:

Seniorenresidenz Schliersee: Staatsanwaltschaft vermutet Körperverletzung – Landratsamt weist BR-Kritik zurück

Ausführliche Darstellung der Haltung des Landratsamtes Miesbach.

3. Der Bayernteil des „Münchner Merkur“ setzt andere Schwerpunkte:

Vorwürfe gegen Pflegeheim

Hier berichten Betroffene und Angehörige, der Fall wird plastisch für den Leser.

4. Auch die Süddeutsche Zeitung berichtet darüber:

Abgemagert und verwahrlost?

Unterm Strich bleibt die Frage:
Hat das Landratsamt seine Aufsichtspflicht erfüllt?

Dazu sollte man auch den langen „Vorlauf“ der Missstände im Schlierseer Heim berücksichtigen. (Der Miesbacher Merkur ist in der Vergangenheit mit beachtlicher Zähigkeit am Thema dran geblieben. )

Hier ein medialer Auszug aus der Vorgeschichte:

2011-05-13 Eklatante Mängel in Seniorenresidenz
2019-08-13 Pflegeheim Schliersee: Neuer Eigentümer kündigt bessere Qualität an
2020-06-04 Landratsamt: Heimaufsicht schuldlos an Problemen in Seniorenresidenz
2020-06-23 Neuer Leiter: Seniorenresidenz Schliersee war der „Super-GAU“
2020-06-23 „Skandalheim“ am Schliersee: Heimleitung versucht Neustart
2020-08-07 Schliersee: Zwei Pfleger berichten aus Skandal-Heim
2020-08-07 Seniorenresidenz Schliersee: Angehöriger erhebt Vorwürfe gegen Landratsamt
2020-08-07 Seniorenresidenz Schliersee: Trotz Übergriff keine Konsequenzen
2020-08-07 Seniorenheim wegen 15 Corona-Fällen unter Quarantäne – ein Bewohner flieht aus der Isolation
2020-08-07 Bewohnerin stirbt nach sexuellem Übergriff in Seniorenresidenz
2020-08-08 Schlimmer Vorfall in Seniorenheim in Schliersee: Bewohnerin wird Opfer eines Übergriffs – und stirbt in Klinik
2020-10-04 Seniorenresidenz Schliersee: Wieder schwere Vorwürfe gegen Einrichtung
2020-10-05 Seniorenresidenz Schliersee: Behörden und Ministerium treffen sich am runden Tisch
2020-10-05 Seniorenresidenz Schliersee: Ministerium lädt zu Rundem Tisch
2021-01-24 Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen: Sieben Bewohner sterben trotz Impfung – Verläufe lassen Ärzte rätseln
2021-01-28 Landratsamt bündelt Seniorenbelange: Neuer Fachbereich geschaffen

 

Aus der Zeit von 2011 bis 2020 sind vermutlich allerlei Berichte nicht mehr online.
Das wäre noch zu recherchieren.

Der Umgang mit der Corona-Pandemie wird für alle noch länger aktuell bleiben. Daher griff die SPD Miesbach dieses Thema bei ihrem  Kamingespräch am 24. Februar 2021 auf – diesmal virtuell als Zoom-Treffen. Als Gäste waren mit dabei

  • Dr. Florian Meier (Ärztlicher Koordinator Corona-Pandemie im Landkreis Miesbach),
  • Wirtschaftsreferent Florian Perkmann (SPD), 
  • Florian Brunner (GWM und SMG), 
  • Petra Schubert (Kreisgeschäftsführerin der Caritas Miesbach) sowie 
Gespräch „am Kamin“
  • Gabriele Hofbauer (stellvertretende Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe Miesbach).

Das Gespräch mit rund 30 Teilnehmern moderierten Lisa Hilbich und Bernhard Altmann vom Vorstand der SPD Miesbach.