Grafik: Andreas Kempf

Auf eine lange Tradition kann die SPD in Miesbach zurückblicken.  Sie feiert in diesem Jahr ihr 120jähriges Bestehen. Sie ist damit nur zehn Jahre jünger als die BayernSPD, die am 26. Juni 1892 gegründet wurde. Ein genaues Gründungsdatum ist in Miesbach nicht bekannt, doch der Miesbacher Anzeiger erwähnte am 17. Juni 1902 erstmals eine Gruppe von „Sozialdemokraten“. Gesichert ist, dass 1903 bereits ein Ortsverein existierte. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte auch Josef Fertl, der Großvater des langjährigen 2. Bürgermeisters und heutigen Stadtrats Paul Fertl.

Im Laufe der vielen Jahrzehnte hat die SPD in der Stadt viele Spuren hinterlassen. Weiterlesen

Auto-an-Ladestation (Bild: ccnull.de - CC BY 2.0 DE)

Bei ihrem Bemühen, Ladestationen für Elektromobilität auch in Miesbach zu installieren, sieht sich die Miesbacher SPD mit Stadtrats-Fraktion erneut bestätigt. In einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung freut sich Wirtschafts- und Tourismusminister Hubert Aiwanger, dass der erste Förderaufruf im Rahmen des Programms „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Bayern 2.0“ ein voller Erfolg gewesen sei.
„Das zeigt, dass wir mit unserem Engagement seit langem auf dem richtigen Weg sind“, stellt SPD-Fraktionsvorsitzender Paul Fertl zufrieden fest. Als damaliger zweiter Bürgermeister hatte er in seiner Eigenschaft als amtierender Rathauschef bereits in der Stadtratssitzung vom Juli 2017 die Errichtung öffentlich zugänglicher Ladestationen auf die Tagesordnung gesetzt. Genau vor einem Jahr beantragte die SPD-Fraktion dann die erneute Befassung des Stadtrats mit dem Thema Ladestationen. Daraufhin beschloss der Stadtrat die kostenlose Bereitstellung von potenziellen Flächen für die Errichtung von Ladestationen. Inzwischen ist die Stadt in Verhandlungen mit einem Betreiber und hat Sponsorengelder in Höhe von 10.000 € akquiriert. Dank des Arbeitskreises „Miesbacher Marktplatz“, der die Verkehrsberuhigung und Umgestaltung des Marktplatzes vorangetrieben hatte, stehen dort bereits seit Sommer 2018 vier öffentliche Ladestationen für E-Bikes zur Verfügung.

Foto: pixabay

#Solidarität – auch beim Impfen

Angesichts neuer Virusvarianten und einer drohenden Triage unterstützen wir Bundeskanzler Olaf Scholz und die Koalition bei allen Bemühungen, eine möglichst hohe Impfquote in der Bevölkerung zu erreichen und eine Impfpflicht durchzusetzen.

Wenn wir von dem hohen Gut der Freiheit reden, reden wir immer auch davon, Leben und Freiheit der Mitmenschen zu schützen.

Wenn wir von Solidarität reden, reden wir in dieser Situation vor allem von der Solidarität mit dem Krankenhauspersonal, den Lehrkräften und SchülerInnen, den Erzieherinnen und kleinen Kindern, den Familien in ihrem komplizierten Alltag, den alten und behinderten Menschen.

Wir können nachvollziehen, dass es persönliche Bedenken gegen die Impfung gibt, wir sollten aber bereit sein, das Verantwortungsbewusstsein gegenüber allen Mitgliedern unserer Gesellschaft an die erste Stelle zu setzen.

Bitte, liebe Freundinnen und Freunde – lasst euch impfen!

Thomas Schneider und die neuen Vorsitzenden: Astrid Schneider, Bernhard Altmann, Lisa Hilbich

Auch wenn das vergangene Jahr ganz im Zeichen von Corona stand, sei bei der SPD Miesbach viel geschehen, resümierte Thomas Schneider in seinem Rechenschaftsbericht als scheidender Ortsvereinsvorsitzender der SPD Miesbach.
Er blickte zurück auf engagierte Wahlkämpfe, aktive Begleitung der Miesbacher Kommunalpolitik, Stammtische zu aktuellen politischen Themen und vieles andere. „Dank Corona haben wir unsere ‚Kamingespräche‘ als Online-Format erfolgreich etabliert“, stellte Thomas Schneider fest. „Die Themen ‚Corona‘ und ‚Corona – Kultur in Miesbach‘ fanden großes Interesse.“ Das gelte auch für die SPD insgesamt. „Bei den Gesprächen an den Wahlkampfständen zur Bundestagswahl zeigte sich, dass die SPD bei den Wählerinnen und Wählern wieder mehr Akzeptanz findet“, so Schneider.
Eine besondere Ehre für ihn war es, Rosemarie Klimmer für 30jährige Mitgliedschaft bei der SPD zu ehren. Die Miesbacherin vertrat die SPD etliche Jahre im Miesbacher Stadtrat. Die beliebten roten SPD-Parteibücher überreichte er an die Mitglieder Andy Kempf, Patrick Stein, Leon Walther und Marinus Radzynski. Stadtrat und Wirtschaftsreferent Florian Perkmann erhielt sein Parteibuch bei der Fraktionssitzung in der Kaffeerösterei Bohnenreich am Windfeld.
Bei den Neuwahlen zum Vorstand gab es zahlreiche Veränderungen. Thomas Schneider, der aus beruflichen Gründen nicht mehr für den Vorsitz kandidiert hatte, gratulierte dem neuen Vorstand.

1. Vorsitzender: Bernhard Altmann
Stellv. Vorsitzende: Lisa Hilbich und Astrid Schneider
Beisitzer: Paul Fertl, Andy Kempf, Leon Walther, Thomas Schneider, Hermann Kraus, Thomas Acher
Kassierer : Siggi Hacker
Schriftführerin: Inge Jooß
Revisoren: Rosemarie Klimmer, Patrick Stein

In seinen Dankesworten umriss Bernhard Altmann das Ziel der SPD Miesbach für die kommenden Jahre: Konstruktive Kommunalpolitik für alle Miesbacherinnen und Miesbacher – oder noch kürzer: #Respekt.

Wirtschaftsreferent und SPD-Stadtrat Florian Perkmann erhielt sein rotes Parteibuch von Thomas Schneider überreicht

 

Foto: pixabay

 

Offener Brief an die Verantwortlichen für den Afghanistaneinsatz:

Annegret Kramp-Karrenbauer, Lars Klingbeil, Horst Seehofer, Andreas Wagner, Ilse Aigner, Gülseren Demirel, Christian Lindner, Alexander Radwan, Claudia Roth, Florian Post, Heiko Maas.

Wir fordern raschen Schutz für die Helfer unserer Einsatztruppen

Afghanistan ist ein Land, dessen BürgerInnen seit Jahrzehnten keine friedliche Zeit erleben durften. Es ist ein Land, in dem die Interessen wechselnder in- und ausländischer Mächte Strukturen und Kulturen zerstört haben.
Deutsche Soldaten versuchten fast 20 Jahre lang mit ihrer Präsenz und ihren Kompetenzen der Bevölkerung Beistand zu leisten und die legal gewählten Politiker zu unterstützen. Sie hätten ihre Aufgabe nicht erfüllen können ohne die Hilfe einheimischer Kräfte in den verschiedensten Funktionen. Und damit tragen wir alle Verantwortung für sie. Sie sind zu Opfern einer – wenig erfolgreichen – Aktion geworden.
Jeder, der etwas über die instabile Situation in Afghanistan informiert ist, weiß um die Gefährdung der Afghanen, die in deutschen Diensten standen. Jeder, der mit afghanischen Geflüchteten spricht, die jetzt hier bei uns leben, kann sich von den Bedrohungen berichten lassen, die den ehemaligen Hilfskräften und ihren Familien ein „normales“ Leben unmöglich machen.
Es kann nicht sein, dass man den Menschen, auf die man tagtäglich angewiesen war, den Rücken kehrt und sich auf Nimmerwiedersehen verabschiedet. Es kann nicht sein, dass die Ausreisewilligen Wochen der Angst durchstehen müssen, weil die notwendigen Organisationen und Strukturen (noch) nicht existieren.
Vor allem aber darf es nicht sein, dass mit dem privaten Spendenaufruf von Soldaten Geld für die Flüge nach Deutschland gesammelt werden muss! Die Kosten für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan betrugen ca. 12, 5 Mrd. € – die notwendigen Flugtickets würden sie nur unerheblich erhöhen! Die Amerikaner haben diesmal vorbildlich gehandelt und ihre Helfer sofort ins Flugzeug gepackt – wir, die wir gerne unsere „Werte“ vor uns her tragen, wir können uns für unser Verhalten nur schämen.
Wir bitten Sie als unsere gewählten Volksvertreter, Ihrer Verpflichtung nachzukommen und mit allen Mitteln eine menschenwürdige Politik einzufordern!

Inge Jooß, Integrationsreferentin der Stadt Miesbach

Annemarie Brinz, Mariele Kohlhauf, Susanne Linden-Kaußler, Ulli Spengler, Annemarie Bicherel, Ruth Alexander, Milla Kovacik, Christa Gschwendtner, Thomas Fischer, Sylvia Hartl, Michael Fuug, Lutz Konstroffer, Anneliese Lintzmeyer, Andrea Anderssohn (Flüchtlingshelfer im Landkreis Miesbach)

Max Niedermeier, Integrationsbeauftragter im Landkreis Miesbach

Tom Schneider, Hedi Schmid, Gerd Schmid, Bernhard Altmann, Astrid Schneider, Hermann Kraus, Lisa Hilbich, Andreas Kempf, Florian Perkmann ( SPD Ortsverein Miesbach)

Hannes Gräbner für den SPD Kreisverband Miesbach

Fritz Weigl für Amnesty International im Landkreis Miesbach

Lisa Braun-Schindler, Wolfgang Schindler, Rosi Polifka, Marianne Gmelin, Gabriele Altmann (Netzwerk Integration im Landkreis Miesbach)

Dr. Wolfgang Foit (Kath. Bildungswerk im Landkreis Miesbach eV)

Kathrin Baumann, Pastoralreferentin in den Pfarrverbänden Miesbach und Hausham

Marinus Bracher, Pfarrgemeinderat der kath. Pfarrei Miesbach

Elisabeth Janner (Bündnis 90/Grüne im Kreistag Miesbach)

Florian Ruml, Stadtrat Miesbach

Astrid Güldner, Kick van Walbeek (Bündnis90/Grüne Ortsverband Miesbach)

Nun hat die Pflegekasse angekündigt, ihren Vertrag mit dem Altenheim zu kündigen.

Der Merkur schreibt dazu:

 

Der SPD-Unterbezirk kommentiert das wie folgt:

 

Wir meinen:
Die Pflegekasse hat der Politik vorgemacht, was zu tun ist: Entschlossenes Handeln mit umfangreicher Begründung (25 Seiten).

Das ist eine politische Ohrfeige für den Landrat (und für seine Vorgänger, denn der Skandal ist ja nun schon Jahrzehnte alt).

Der Landkreis Traunstein hat im Fall Inzell gezeigt, wie so was  geht. Er hat das Ganze ambitioniert betrieben und ist durch alle Instanzen bestätigt worden. Der Preis war: ein ganzes Mitarbeiterjahr musste investiert werden. Das hätte der Miesbacher Landrat auch haben können. Er war in Kontakt mit den Traunsteinern – hat er dem Merkur gesagt – und wusste genau Bescheid. Aber die Sache war es ihm eben nicht wert. Außerdem hätte er sich beim Ministerpräsidenten Söder für eine bessere Rechtsstellung der Heimaufsicht einsetzen können. Beim Ausflugsverkehr und bei den Impfdosen hat er es ja auch getan.

Der Unterschied ist: Bei der Seniorenresidenz hätte er ein richtig „dickes Brett bohren“ müssen. Und das ist die Sache des Herrn von Löwis nicht.

Siehe auch unsere vorhergegangenen Beiträge:

Der Miesbacher Stadtrat hat entschieden, keinen Ökostrom zu kaufen. Siehe die Merkur-Berichterstattung:

https://www.merkur.de/lokales/region-miesbach/miesbach-ort29062/sparen-oder-vorbild-sein-der-stadtrat-miesbach-im-oekostrom-zwiespalt-90484781.html

Allerdings beruhen einige der vorgebrachten Argumente auf zwei gravierenden Irrtümern:

1. Irrtum: Ökostrom verhindert CO2-Ausstoß

Die Frage ist: Wird mit Ökostrom die Menge des regenerativ erzeugten Stromes wirklich höher? Das ist bei den meisten Angeboten nicht der Fall. Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien lag 2020 bei 53% (Redaktionsnetzwerk Deutschland, www.rnd.de ). Davon wurden etwa 50% als „Ökostrom“ verkauft (lt. „Herkunftsnachweisregister“, www.hknr.de ) Die Stromanbieter haben also noch gehörig „Luft nach oben“.

Deshalb ist der ohne weitere Kennzeichnung als „Ökostrom“ verkaufte Strom meist nur „umetikettierter“ Strom aus bereits vorhandenen erneuerbaren Energieerzeugern. Die Menge des regenerativ erzeugten Stromes steigt dadurch nicht und es findet damit auch keine zusätzliche CO2 Einsparung statt.

Nur bei Ökostromanbietern mit anerkannten Siegeln wie „Grüner Strom“ oder „Ok-Power-Label“ ist eine Ausbauwirkung in Richtung regenerative Energien einigermaßen gesichert:

https://www.merkur.de/leben/oekostrom-ist-nicht-gleich-oekostrom-zr-90258928.html

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/preise-tarife-anbieterwechsel/ist-ein-tarif-mit-oekostrom-und-oekogas-ueberhaupt-sinnvoll-8207

Die Stadt hat ein Angebot, bei dem ein Drittel des Stromes aus max. 6 Jahre alten Anlagen stammt, ein weiteres Drittel aus max. 12 Jahre alten Anlagen. Die Mehrheit der SPD-Fraktion hat sich bei der Abstimmung für den Ökostrom mit der so beschriebenen „Neuanlagenquote“ ausgesprochen.

Aber auch dabei entgehen wir der Gefahr der „Umetikettierung“ nicht hundertprozentig: In den letzten 6 Jahren wurden 35% der erneuerbaren Stromerzeuger gebaut, in den letzten 12 Jahren insgesamt 62%. Das Angebot zeigt lediglich, dass der Anbieter nicht schlechter als der Durchschnitt zugebaut hat.

2. Irrtum: Investitionen in PV-Anlagen kosten Geld

Florian Hupfauer beantragte dagegen, über drei Jahre je 12.000 € … in Fotovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden zu investieren.“
Es entsteht der Eindruck, dass solche Investitionen die Stadt wirklich Geld kosten. PV-Anlagen sind aber Investitionen, die eine Rendite abwerfen. Für meine private PV-Anlage rechne ich mit einer 11-jährigen Amortisationszeit. Die Haltbarkeit der Anlage beträgt aber etwa 20 Jahre oder länger. Investitionen in PV-Anlagen wären also ein gutes Geschäft für die Stadt, nicht aber eine einmalige Ausgabe, wie der Vergleich mit den zusätzlichen Stromkosten nahelegt. Dass eine solche Investition – samt Schuldenaufnahme – in der jetzigen Situation des städtischen Haushalts wenig opportun erscheint, steht auf einem anderen Blatt

Fazit:

  • Trotz Bedenken ist es sinnvoll, wenn die Stadt Ökostrom mit einem anerkannten Label kauft. Paul Fertl hat recht, wenn er sagt: „Wir haben ja eine Vorbildfunktion.“ Die Stadt könnte dabei ihre Bürger auch über „Ökostrom“ aufklären, der in Wahrheit gar keiner ist.

  • Eine Investition in PV-Anlagen bringt der Stadt – langfristig gesehen – keine Ausgaben, sondern Einnahmen. – Vorausgesetzt, die Investition lässt sich von den Schulden her stemmen.

  • Eine massive Ausweitung der nicht-fossilen Stromerzeugung im benötigten Umfang wird aber nicht dadurch bewirkt werden, dass wirklicher Ökostrom gekauft wird. Das wird nur dann gehen,

    • wenn die Anreize dafür verbessert werden (Novellierung des EEG-Gesetzes),

    • wenn Ausbauhürden beseitigt werden (.z.B. die unsägliche 10H-Regel) und

    • wenn das Stromnetz ertüchtigt wird (leistungsfähige Nord-Süd-Gleichstrom-Leitungen).

Dazu brauchen wir eine starke SPD im nächsten Bundestag!

Joseph Beuys (Foto: Erich Puls, CC BY 2.0 / Flickr)

 

Die Stadt Miesbach hat zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys am Waitzinger Keller eine Eiche gepflanzt und einen Basaltstein gesetzt. Lobenswert!

Der Miesbacher Merkur hat → darüber berichtet:


Bertolt Brecht, Bundesarchiv, CC BY-SA 3.0 DE

Die Bäume als Symbole geistern schon lange durch die Kunstwelt,
spätestens seit Bert Brechts „Gedicht an die Nachgeborenen“ (veröffentlicht 1939) mit dem bemerkenswerten Satz:

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!

https://www.lyrikline.org/de/gedichte/die-nachgeborenen-740

(mit Audiodatei, gesprochen von Bert Brecht)


 

In den 60-er und 70-er Jahren wurde in der Literaturwelt darüber heftig diskutiert, auch im Hinblick auf die Entlaubungsaktionen während des Vietnamkrieges.

Auch Joseph Beuys fühlte sich angesprochen und führte mehrere öffentliche Gesprächsrunden mit den Titel: –> Gespräche über Bäume.


Dann kam die –> 7000-Eichen-Aktion in Kassel.
Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung, eine Soziale Plastik „:

Kassel, Dennhäuser Straße

 

Beuys sah die 7000 Eichen als „Rückbesinnung zur alten Organisationsstruktur.“ Durchgehende Baumstreifen wurden in dieser Zeit in vielen Städten abgeholzt, um Straßen- und Gehwegverbreiterungen zu ermöglichen. Nun sollen die Bäume diesen Platz wieder einnehmen.

Beuys betrachtete Bäume als wesenhafte Subjekte, denen die Rechte fehlen:

Sie sind entrechtet. Sie wissen das ganz genau, dass sie entrechtet sind. Tiere, Bäume, alles ist entrechtet. Ich möchte diese Bäume und diese Tiere rechtsfähig machen.“

Und er sagte:

Wenn ich mich an dieser documenta beteiligen soll, werde ich mich mit solch einer Kunstform beteiligen,
– dass ich in den vergangenen Aktionen der dokumenta nicht nur eine Theorie vertreten habe in Bezug auf die Beziehung Natur – Mensch, sondern
– dass ich auch bereit bin, das zu demonstrieren, –
– dass ich es durchführen werde und zur Ausführung bringe.“

Zitat aus dem Video: https://www.youtube.com/watch?v=HE87qEUtApI (Min. 05:22-05:54)
Zwischen der documenta 7 (1982) und der documenta 8 (1987) wurden die Eichen gepflanzt.
Es war eine der teuersten Kunst-Aktionen dieser Zeit (4,3 Millionen Mark). Beuys erlebte das Ende seiner Pflanzaktion nicht mehr, er starb am 23. Januar 1986.


In München steht seine Installation „Zeige deine Wunde“. Die Stadt München hat sie für die Städtische Galerie im Lenbachhaus gekauft.

Joseph Beuys: Zeige deine Wunde, Foto: Flickr / Allie_Caulfield 2013-05 München 182 Lenbachhaus, CC BY 2.0

 

Der Ankauf hat zu gehörigem Streit mit den Konservativen im Stadtrat geführt. Deren Argumente:

  • 270.000 Mark,
  • teuerster Sperrmüll aller Zeiten“,
  • es besteht aus alten Leichenbahren und Fett!“.

Trotzdem – es ist ein bemerkenswertes Werk – sehenswert.

Der Titel der Installation hat mich an die Geschichte vom „ungläubigen“ Thomas erinnert, die in den katholischen Kirchen erst kürzlich, am 11. April, gelesen wurde.

Emil Nolde – Doubting Thomas 1912, Nolde Stiftung Seebüll, Flickr, CC BY 2.0

Thomas sagt:
Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.“
(Joh 20,25)

Dazu habe ich bei einem Gottesdienst in der Parsberger Kirche kommentiert (2005):
Da ist einer, der muss nicht unbedingt stark sein. Er wagt es, seine Verwundungen zu zeigen. Er steht zu seinem Leiden: Jesus.
Und da ist ein anderer, der angerührt ist von diesem Leiden und der seine Hand darauf legt.
Thomas.“

Das ist es: Wer es über’s Herz bringt, seine Wunde zu zeigen, hilft sich selbst und anderen.

Ich habe etwas gezögert, diese Gedanken hier darzustellen. Bestärkt hat mich darin allerdings die Website www.lenbachhaus.de

Aber es gibt auch lustigere Begebenheiten rund um Werke von Joseph Beuys.


Zum Beispiel die –> Story mit der Kinderbadewanne:

Für eine Ausstellung ging das Werk „Badewanne“ von Joseph Beuys nach Leverkusen und wurde dort eingelagert, da die Ausstellung noch aufgebaut werden sollte.

Der SPD-Ortsverein Leverkusen-Alkenrath feierte am 3. November 1973 in diesem Museum ein Fest. Zwei Teilnehmerinnen suchten eine Schüssel zum Gläserspülen und entdeckten in einem Abstellraum die mit Heftpflaster und Mullbinden verschmutzte Badewanne. „Wir dachten, das alte Ding könnten wir schön sauber machen und benutzen, um darin unsere Gläser zu spülen“, erinnern sie sich, „so wie die aussah, konnten wir sie nicht gebrauchen. Deshalb haben wir die Wanne geschrubbt.“

Letztenendes waren allerdings 58.000 Mark Schadenersatz fällig. Die Wanne steht heute im Lenbachhaus in München.

Aus Copyright-Gründen gibt hier es nur einen –> Link zur „Echten Badewanne“.


Joseph Beuys war immer auch ein politisch denkender Mensch. Er nahm an der bisher größten Friedensdemonstration 1982 in Bonn teil

(–> hier zusammen mit Gert Bastian und Lukas Beckmann von den Grünen)

Diese Demonstration richtete sich in erster Linie gegen die Nachrüstungspolitik des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan.

Aus diesem Anlass nahm Beuys sogar an der „Neuen deutschen Welle“ teil und produzierte das Lied
–> „
Sonne statt Reagan„. Er muss auch Humor gehabt haben. Hier ist der –-> Text dazu.


Beuys war Mitglied der grünen Partei von deren Gründung 1979 bis zu seinem Tod 1986.

Allerdings war er – wie bei einem Künstler seines Formats nicht anders zu erwarten- kein enger Parteigänger, was auch an seiner engen Zusammenarbeit mit dem SPD-Mitglied –> Klaus Staeck deutlich wird.


An all das kann man sich erinnern, wenn man in Zukunft an der Eiche samt Basaltstele an der Ecke des Waitzinger Kellers vorbeigeht.

Miesbach hatte in Rudolf Pikola und Hans Schubeck schon einmal Bürgermeister mit einer großen geistigen Weite.

Die Erinnerung an Joseph Beuys weckt Hoffnung auf ein weltoffenes und zukunftsorientiertes Miesbach!

Seit längerer Zeit setzen wir uns dafür ein, dass mehr Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche geschaffen werden. Damit beschäftigt dich auch folgender Leserbrief:

Zum Beitrag „Streit um den Ort der Entspannung“ vom 20./ 21. März im Miesbacher Merkur:

Keine Machtspielchen!

In der Kreis- und Schulstadt Miesbach hat sich innerhalb von 15 Jahren ein immer größer werdender Mangel an offenen Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche aufgetan.
Ich bin der Meinung, dass der Mangel nicht vernünftig gelöst werden kann, indem Hinterzimmergespräche abgehalten werden. Wie in der jüngsten Stadtratssitzung schon sehr treffend erwähnt wurde, möchten die Miesbacher Jugendlichen keine politischen Machtspielchen, sondern gemeinsame und vor allem echte Lösungen. Warum nicht gleich einen Arbeitskreis mit allen Fraktionen ins Leben rufen? Auch das zukünftige Jugendparlament, das ich bei der Jugendbürgerversammlung im Herbst mit Unterstützung der SPD und der FWG angestoßen habe, könnte hier zur Lösungsfindung beitragen. Fakt ist, hier muss endlich etwas passieren und am Besten in konstruktiver Art und Weise.
Mit der Riviera hat Miesbach die einmalige Chance, eine tolle Freizeitmöglichkeit für alle Altersgenerationen zu schaffen. Mein Appell gilt allen beteiligten Stadtratsmitgliedern sowie den Anwohnern: Bitte springt über Euren Schatten und gebt den Jugendlichen eine Chance! Ihr seid‘s doch auch mal jung gewesen.

Andreas Kempf

Ein Altenheim zu schließen, ist für die Bewohner furchtbar. Bei der Verlegung in ein neues Heim verlieren sie ihre gewohnte Umgebung und müssen sich meist auch an neues Personal gewöhnen. Es ist bekannt, dass es deshalb kurz nach Verlegungen oft auch zu Todesfällen kommt.
Wenn allerdings unhaltbare Zustände in einem Heim herrschen und eine Besserung nicht absehbar ist, gibt es keinen anderen Ausweg. Ob es in Schliersee schon soweit ist, kann von außen nur schwer beurteilt werden. Landrat von Löwis scheint dieser Meinung zu sein, wenn man seine Äußerungen in  der Süddeutschen Zeitung (26.3.2021)  liest:
„Wir bleiben dran und wenn wir eine Möglichkeit sehen, werden wir die Einrichtung schließen.“
Und: „Wir brauchen schärfere Instrumente“. Er beklagt zu hohe Hürden für eine Schließung.

Für die Landratsämter Traunstein und Bad Tölz waren diese Hürden offenbar schon vor Jahren nicht zu hoch, wie folgende Beispiele zeigen:

Heimschließung Traunstein/Inzell:

2011-06-07 Kostenbewusste Angehörige kämpfen für umstrittene Billigheime: Pflege zum Discounttarif, REPORT MAINZ, SWR.de
2011-09-29 Bayerischer Verwaltungsgerichtshof: Seniorenheim in Inzell muss vorläufig schließen
2013-07-10 Die Klage-Attacken eines Heimbetreibers | Bayern
2013-07-12

Seniorenheim in Inzell bleibt geschlossen

2013-07-13

Heimschließung in Inzell: Landkreis gewinnt Prozess

2020-01-03 Mängel in der Pflege: BRK evakuiert Altenheim

 

Heimschließung Bad Tölz:

2015-09-25
(Datum rekonstr.)
Tölzer Heim droht die Zwangsschließung | Bad Tölz rehazentrum isarwinkel
2015-11-05
(Datum rekonstr.)
Bad Tölz – Real-Pflegeheim gibt auf – Bad Tölz-Wolfratshausen – SZ.de
2016-05-31 Rehazentrum Isarwinkel: Hilfe für Jugendliche statt für Senioren | Bad Tölz

 

Es ist offenbar möglich, bei gravierenden Mängeln eine Einrichtung zu schließen. Warum ist dies bei der Schlierseer Seniorenresidenz nicht längst erfolgt?